Gestaltung soz.Bezieh. Nahbereich

Beziehungen zu Mitbewohnern/Nachbarn/Mitarbeitern, Regelung von Konflikten, Vermeidung von Isolation, Einhalten von Absprachen
– andere Menschen wahrnehmen und verstehen
– Kontakt aufnehmen und pflegen
– Nähe und Distanz steuern
– sich bei besonderen Anlässen angemessen verhalten, Regeln einhalten
– Anteil nehmen, Unterstützung geben und Toleranz üben

Die Aufzählungen sind nicht abschließend.

Allgemeine Ausführungen zum Item
Die Abgrenzungen/Überschneidungen zu anderen Items sind zu beachten und die verbundenen Bedarfe sind zu berücksichtigen.
Generell ist Hilfebedarf in diesem sehr persönlichen und intimen Lebensbereich äußerst sensibel zu beurteilen. Im Vordergrund sollten nicht normative Überzeugungen z.B. von Mitarbeitern stehen, an denen die Lebensführung eines behinderten Menschen gemessen wird. Vielmehr ist, aus einer Betrachtung der Lebensgeschichte und der Lebensperspektiven des betreffenden Menschen heraus, auf Hilfebedarf einzugehen,
der entweder selbst artikuliert wird oder der sich als offenkundiges Leiden an einer persönlichen unbefriedigenden Situation (in unterschiedlichen Formen) äußert.
Bei Heranwachsenden ist darüber hinaus die erzieherische Unterstützung zu berücksichtigen, beständige und verlässliche Beziehungen zu anderen einzugehen, aber auch sich abgrenzen zu lernen. Ebenso ist im Jugendalter (wie auch im Erwachsenenalter) der Umgang mit Fragen der Sexualität zu bedenken.
Das Item bildet die Fähigkeit ab, soziale Beziehungen im nahen, persönlichen Umfeld für sich und andere adäquat gestalten zu können. Hierzu gehören nicht nur Beziehungsaufbau, sondern auch Erhalt von sozialen Beziehungen und Lösen von Konflikten.
Wenn ein Bewohner aufgrund seiner Verhaltensauffälligkeiten die unterstützende Anwesenheit eines Betreuers z.B. beim Essen benötigt, so ist dieser Hilfebedarf bei dem Item 8 >Ernährung< abzubilden. Dient die Begleitung durch den Mitarbeiter dem Erlernen von sozialen Kompetenzen, ist der Hilfebedarf hier abzubilden. Während es in dem Item 19 um die Begegnung mit sozialen Gruppen/fremden Personen geht, sind hier soziale Beziehungen im nahen, persönlichen Umfeld des Bewohners ausschlaggebend. Über die Gestaltung der sozialen Beziehungen (Anbahnung, Aufrechterhaltung) kann der Bewohner selbständig entscheiden. Seine Wünsche stehen im Vordergrund.